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Buchtipp: Neustart im Kopf – Buchcover
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Buchtipp: Neustart im Kopf

3. Juli 2024

Allgemein

In diesem Buch erklärt der kanadische Psychiater und Forscher Norman Doidge, wie unser Gehirn anpassungsfähig und flexibel ist. Er hat in seiner Karriere viele Menschen getroffen, die auf eindrucksvolle Weise gezeigt haben, dass das Gehirn oft in der Lage ist, sich durch Neuroplastizität selbst zu heilen.

Wenn ein Teil des Gehirns beschädigt ist, kann ein anderer die Aufgaben übernehmen

In den letzten Jahren hat man immer mehr über die Neuroplastizität gelernt. Das bedeutet, dass das Gehirn in der Lage ist, sich anzupassen und zu wachsen. Dank dieser Fähigkeit kann unser Gehirn bemerkenswerte Selbstheilungskräfte entwickeln. Wenn ein Teil unseres Gehirns durch Krankheit oder Unfall verloren geht oder beschädigt wird, übernimmt ein anderer Teil diese Aufgaben.

Spannende Aktivitäten machen unser Gehirn stärker

Im Alltag können wir unser Gehirn trainieren und seine Plastizität fördern. Wenn wir uns in Umgebungen aufhalten und Aktivitäten ausüben, die unser Gehirn fordern und stimulieren, verändert sich die Struktur unseres Gehirns, da mehr Neurotransmitter produziert werden. Neurotransmitter helfen dabei, einen Impuls von einer Nervenzelle auf eine andere zu übertragen. Dadurch helfen sie uns, besser zu denken.

Verschiedene Gehirnregionen sind für einzelne Körperteile zuständig

Der Neurochirurg Dr. Wilder Penfield entdeckte, dass das Gehirn bestimmte Bereiche hat, die für verschiedene Körperteile zuständig sind. Michael Merzenich, ein berühmter Forscher im Bereich der Neuroplastizität, hat festgestellt, dass sich die Landkarte des Gehirns von Mensch zu Mensch unterscheidet und sich verändert, abhängig davon, wie das Gehirn genutzt wird. Unser Gehirn funktioniert nach dem Prinzip „Use it or lose it".

Durch regelmäßiges Training können wir wichtige Teile des Gehirns wieder aktivieren

Patientenbeispiel: Ein 54-jähriger Mann erlitt einen Schlaganfall und konnte danach seine linke Hand nicht mehr benutzen. Er konnte sich weder das Hemd zuknöpfen noch eine Gabel halten.

Durch eine bestimmte Bewegungstherapie und verschiedene repetitive Übungen wie Tische abwischen oder Fenster putzen konnte der Patient sein Gehirn neu trainieren. Dadurch konnte er wieder mit seiner linken Hand das Besteck halten und sogar Tennis spielen.

Es ist durch Imagination möglich, Muskeln und Fertigkeiten zu stärken

In einem Experiment wurden Personen in zwei Gruppen aufgeteilt, um Klavierspielen zu lernen. Eine Gruppe übte tatsächlich, während die andere sich nur vorstellte, wie sie spielen. Erstaunlicherweise konnten beide Gruppen das Stück am Ende fast genauso gut spielen.

Auch für Muskelkraft gilt: Teilnehmer, die tatsächlich trainiert hatten, steigerten ihre Kraft um 30 Prozent. Diejenigen, die sich das Training nur vorgestellt hatten, erreichten immerhin eine Steigerung von 22 Prozent. Visualisierung ist eine faszinierende Methode.

Lernen statt vergessen: Neuronale Stammzellen halten das Gehirn jung

Auch wenn die Neuroplastizität im Kindesalter am stärksten ist, bleibt sie dennoch bestehen. Durch regelmäßiges Training können wir unser Gehirn lange Zeit fit halten und sogar vor Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer schützen.

Wer öfter etwas Neues probiert, regt die Stammzellen dazu an, sich zu teilen und neue Neuronen auszubilden. Das kann eine neue Sprache lernen sein, neue Menschen kennenlernen oder sich in vollkommen unbekannten Situationen begeben – all das hält unser Gehirn jung.